Logo EKWS

Vortrag von Ignacio Farías und Léon Gross (Sektion ZH / ISEK)

Mittwoch, 20. Mai 2026, 18:30 Uhr, ISEK, Affolternstrasse 56, 8050 Zürich, Labör

Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe «Zukünfte (in) der Krise», unterstützt von der SAGW

Zukünfte (in) der Stadt. Kurzvorträge und Gespräch

An diesem Abend hören wir zwei Kurzvorträge aus der Stadtanthropologie und dem urbanistischen Aktivismus zur Frage, wer Zukünfte (in) der Stadt in Zeiten des Klimawandels wie diskutiert, plant, gestaltet und verändert. Im Anschluss werden die beiden Perspektiven in einen transdisziplinären Dialog gebracht.

Ignacio Farías spricht über seine aktuelle Forschung zu globalen Stadtentwicklungsprozessen im Kontext von Klimawandelanpassungen. Dabei geht es u.a. um die Handlungsmacht von Winden, Gewässern, Böden und Wärme als Kräfte, die städtische Ordnungen erschüttern, neue Akteure ins Spiel bringen und genuine Konflikte darüber eröffnen, was Städte sind und für wen. Querliegende Achsen seiner Analyse sind zudem zum einen die historisch-genealogischen Dimensionen des aktuellen ‹nachhaltigen›, naturbasierten «elementaren Urbanismus» und zum anderen Verschiebungen und «equivocations», welche beim interregionalen Transfer von Stadtplanungswissen stattfinden.

Der Input von Léon Gross beschäftigt sich mit der Spree als umkämpftem urbanem Akteur: zwischen Infrastruktur, Lebensraum und politischem Subjekt. Anhand künstlerischer Projekte und aktivistischer Praktiken fragt er, wie Kunst dazu beitragen kann, Flüssen Rechte, Stimmen und Handlungsmacht zuzuschreiben. Im Zentrum stehen dabei Fragen nach ökologischer Fürsorge, Eigentum, Klimagerechtigkeit und neuen Formen des Zusammenlebens zwischen Stadt, Wasser und mehr-als-menschlichen Akteuren.

Referenten

Ignacio Farías ist Professor für Stadtanthropologie, Direktor des Georg Simmel Center for Urban Studies und Co-Direktor des Stadtlabors für Multimodale Anthropologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Forschungsinteressen gelten den gegenwärtigen ökologischen und infrastrukturellen Transformationen von Städten. In seiner aktuellen Forschung untersucht er, wie (mikro)klimatologisches Wissen in die Stadtplanung Eingang findet, wie Hitze, Lärm und Funksignale im zeitgenössischen Urbanismus materialisiert und politisiert werden, und wie menschliche Gesundheit und multi-spezifisches Zusammenleben ausgehandelt werden. Darüber hinaus interessiert er sich für Stadtethnographie als eine kollaborative und multimodale urbane Praxis.

Léon Gross gestaltet Lernräume für urbane Transformation an der Schnittstelle von Raum, Kunst und Ökologie. Als Projektentwickler, Stadtforscher und Aktivist beschäftigt er sich mit mehr-als-menschlichen Stadt- und Landschaftsbeziehungen, urbanen Gewässern sowie künstlerisch-forschenden Methoden der Stadtentwicklung und des Placemakings. Er ist Teil des Symbiotic Lab und arbeitet international an transdisziplinären Projekten und Reallaboren zu Wasser, Infrastruktur und ökologischen Zukünften. Aktuell forscht und lehrt er zu urbanen Flussräumen, partizipativen Formaten und neuen Formen ökologischer Allianzen zwischen Menschen, Nicht-Menschen und gebauten Umwelten.

Weitere Informationen

Eintritt: Frei

Anmeldung: Nicht erforderlich

Kontakt: gina.dellagiacoma@uzh.ch