Beim Bild befindet sich folgende Notiz: 1830 wenden!;Auf der Rückseite befindet sich folgende Notiz: Bürgersfrau aus dem Kanton Schwyz um 1830. Die Bürgerlichen der Flecken und Dörfer kleideten sich auch im Kanton Schwyz nach der französischen Allerweltsmode, verblieben aber zum Besuche der Kirche und den vielen kirchlichen Feiertagen noch immer bei ihrer typischen Kopfzierde aus dem vorhergehenden Jahrhundert. Unser Bild zeigt eine Bürgerliche aus vornehmem Hause aus dem Kanton Schwyz in elegantem Modekleid der 1830er Jahre mit der 'Schynhaube' aus weissen Spitzen, dem Kennzeichen der Verheirateten im Kanton Schwyz. Als Auszeichnung der Ratsherrin oder der Kirchenvögtin ragt von dem zwischen den Spitzen sitzenden goldbestickten Käppli eine Blumenguirlande empor, die den gewöhnlichen Bürgerlichen und den Bäuerinnen nicht erlaubt war. Durch den Knopf einer silbernen über den ganzen Kopf laufenden Nadel wurden die Spitzen gegen die Stirne herabgedrückt. Diese Haube war aus kleinen Anfängen um 1780 gegen 1800 zu handbreit aufstehenden Flügelchen gewachsen, die um 1830 bis zu 20 cm hoch vom Scheitel aufragten. Während die Bürgerlichen diese Haube dann als altmodisch ablegten, behielten die Bäuerinnen sie ohne die Blumenguirlande bis 1850 bei. Der Silberfiligranknopf mit buntem Glasstein sass derart fest auf, dass mir eine alte Bäuerin oben am Rigiberge noch in den 1890er Jahren eine Hornhautstelle an der Stirne vorwies, die von ihrer Haubennadel herrührte. Nach den Mandaten der geistlichen Obrigkeit, nach Familienbildnissen und vielen in Privatbesitz und in Museen erhaltenen Originalhauben ist die Schynhaube auf fast allen Trachtenbildern zu hoch gestaltet, weil die Zeichner aufsehenserregende, vielverkäufliche Bilder erzielen wollten. Julie Heierli.