Beim Bild befindet sich folgende Notiz: Bernertracht zwischen 1830-50. wenden!;Auf der Rückseite befindet sich folgende Notiz: Sommer-Sonntagstrachtder Mädchen im Kanton Bern. Allgemein getragen von etwa 1820-1850 von Thun her bis Bern, durchs Emmental bis ins Mittel- und Seeland. Diese einfache kleidsame Tracht zeigt den beliebig farbigen Rock aus feinem Wollstoff, der unten einen schmalen roten Vorstoss aufweist. Das übereinstimmende oder andersfarbige vorn in der Mitte zu schliessende Mieder, «Kittelbrüstli», formte der französischen Mode folgend gegen 1840 eine Schneppe. Seine Vorderteile waren meistens mit feinen Blütenzweiglein farbiger Glasperlen bestickt, wie die Vorderteile des stets schwarzen Sammetgöllers, das den Hals enge umschloss. Von diesem hingen feine Silberketten mit Anhängern über das blütenweisse Vorhemd hinunter. Die Arme deckten weite, gestreifte Hemdärmel bis zu den Ellenbogen, manchmal mit einem Sammetbändchen und einer kleinen Schnalle gehalten. Eine weite, gestreif leinene oder blumig seidene Schürze reichte bis zum Saum des Rockes. Unerlässlich für Feiertage und Kirchenbesuche war statt dem Kittelbrüstli das «Tschöpli» mit langen Ärmeln. Auf den glatt gekämmten Haaren sass keck das mit Schwefel gestreifte Stohhütlchen der Mädchen, dessen kaum handbreiten Rand sich erhebendes «Güpfi» ein Sträusschen Röslein und Vergissmeinnicht schmückte. Julie Heierli.