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Der Dokumentarfilm UR-Musig des Schweizer Regisseurs Cyrill Schläpfer erschien 1993 und stellt verschiedene Formen volksmusikalischer Klänge aus der Innerschweiz und dem Appenzellerland ins Zentrum. Zu den Hauptprotagonisten des Filmes gehört der Volksmusiker Rees Gwerder, einer der bekanntesten Schwyzerörgeli-Spieler der Schweiz. Der Film feierte 1993 am Internationalen Filmfestival Locarno Premiere und wurde in der Folge mehrfach ausgezeichnet. Die Sammlung UR-Musig (Cyrill Schläpfer) im Archiv der EKWS umfasst 160 Videoclips mit einer Gesamtlaufzeit von rund zehn Stunden. Dieses Konvolut enthält sowohl im finalen Film verwendete Szenen als auch eine Vielzahl von bisher unveröffentlichtem Material, sogenannte Outtakes. Der Film wurde zwischen 1990 und 1992 auf 16mm Filmmaterial und der Originalton mit einem portablen Technics SV-260A DAT Rekorder in MS- und LR-Stereofonie aufgezeichnet. 1993 wurde geschätzte 90% des ungeschnittenen Filmnegatives auf analog Betacam SP Video abgetastet. 2020 wurden die acht Videotapes mit einem Sony DVW-A500 Digital Betacam Rekorder und einer Blackmagic Design Decklink Karte digitalisiert. Die 60 Audiokassetten wurden mit einem Fostex D-15 und einem Audio Interface von RME transferiert. Das digitalisierte PAL Bild wurde 2021 auf HD upscaled, enhanced, color corrected und mit dem unbearbeiteten Ton synchronisiert. Ende 2024 wurde das Material dem EKWS-Archiv übergeben. Im Rahmen eines von der Albert Koechlin Stiftung geförderten Projekts wurden 2025 die acht digitalen Container-Files in 160 Videoclips (mp4) unterteilt und inhaltlich erschlossen. Die Clips und die zugehörigen Metadaten sind über die Archivwebseite der EKWS öffentlich zugänglich.
Die Albert Koechlin Stiftung, welche das Erschliessungsprojekt zur Sammlung SGV_1003 UR-Musig (Cyrill Schläpfer) finanzierte, übergab dem EKWS-Archiv das digitalisierte Material in Form von acht digitalen Container-Files (à jeweils 1-1,5 Stunden Laufzeit). In Rücksprache mit dem Regisseur Cyrill Schläpfer wurden aus den Container-Files 160 Videoclips erstellt. Die Schnittführung orientierte sich an den im Material sichtbaren Filmklappen sowie an inhaltlich sinnvollen Unterteilungen. Der Schnitt und der Export der Files erfolgten mit der Software Adobe Premiere Pro. Es wurden keine weiteren Bearbeitungen vorgenommen. Die Reihenfolge der Clips wurde beibehalten und die Signaturvergabe folgt chronologisch der Abfolge der Clips innerhalb der ursprünglichen Containerfiles. Zusätzlich zum filmischen Material wurden dem Archiv auch Dokumente mit inhaltlichen Informationen zu den gefilmten Szenen sowie Tabellen mit Zeitmarkern und Angaben zu Filmklappen, Drehorten, Drehtage, etc. übergeben. Diese Daten bildeten die Grundlage für die Erschliessung des Materials. Ebenfalls erhielt die EKWS digitalisiertes, unbearbeitetes Tonmaterial, das jedoch im Rahmen der Erschliessung keine Verwendung fand. Alle erhaltenen Daten sowie die erstellten Videoclips wurden auf dem Server des EKWS-Archivs gespeichert. Nach dem Schneiden und Exportieren der Clips erfolgte die Erschliessung. Auf Grundlage der vorhandenen Dokumente sowie weiteren Begleitmaterialien zum Film und der (medialen) Berichterstattung wurden im Filmmaterial vorkommende Personen, Orte und Daten identifiziert und festgehalten. Zu jedem Clip wurden zudem technische Informationen festgehalten (Film, 16mm, farbig, DAT) sowie ausführlicher – wenn Angaben dazu vorhanden – zum Ton (sync oder nicht sync, Stereo XY oder MS), zum Filmmaterial (meist Kodak 7248 oder Kodak 7296) oder zur Aufnahmesituation (Filmklappen, Nummern von Filmrollen und Tonspur). Wenn immer möglich wurde festgehalten, welche Personen am Set beteiligt waren (Regie, Kamera, Ton). Die Clips wurden zudem ausführlich inhaltlich beschrieben und mit Schlagworten/Konzepten versehen. Basierend auf Angaben in den Begleitdokumenten sowie den Filmklappen konnten Drehtage rekonstruiert werden, die in der Datenbank als Events erfasst wurden. Somit sind entsprechende Clips miteinander verknüpft. Alle im Material vorkommenden oder an der Filmproduktion beteiligten Personen wurden als Agents erfasst und mit den entsprechenden Clips verknüpft. In der Erschliessung der Agents wurde ebenfalls auf die Informationen im Begleitmaterial zurückgegriffen sowie in einigen Fällen tiefgehender recherchiert (z.B. bei den in den Filmaufnahmen vorkommenden Musikgruppen). Das Erschliessungsprojekt wurde im Zeitraum Januar bis September 2025 durch Birgit Huber und Fabienne Lüthi unter der Leitung von Nicole Peduzzi durchgeführt. Stand: September 2025